LG UltraGear 27GR95QE-B im Test: OLED mit 240 Hz
Der LG UltraGear 27GR95QE-B ist ein 26,5-Zoll-Monitor mit OLED-Panel, 2560 mal 1440 Bildpunkten, 240 Hertz Bildwiederholrate und einer Reaktionszeit von 0,03 Millisekunden.
Die entscheidende Zahl ist nicht die Bildrate, sondern die Helligkeit: 200 Candela pro Quadratmeter im typischen Betrieb. Das ist die Kehrseite von OLED, und wir haben uns angesehen, wann sie zum Problem wird und wann nicht.
Die Daten im Überblick
| Modell | LG UltraGear 27GR95QE-B |
|---|---|
| Bildschirmdiagonale | 26,5 Zoll (67,32 cm) |
| Auflösung | 2560 x 1440, 16:9 |
| Panel | OLED, Pixelabstand 0,2292 x 0,2292 mm |
| Bildwiederholrate | 240 Hz |
| Reaktionszeit | 0,03 ms (GtG) |
| Helligkeit | typ. 200 cd/m², min. 160 cd/m² |
| Farbraum | DCI-P3 typ. 98,5 %, min. 90 % |
| Anschlüsse | HDMI 2.1, DisplayPort, 4-poliger Kopfhörerausgang |
| Gewicht | 7,35 kg mit Standfuß, 5,05 kg ohne |
Werte nach den Angaben von LG.
200 Candela: die Zahl, an der sich die Kaufentscheidung entscheidet
Ein gewöhnlicher LCD-Monitor liefert 300 bis 400 Candela pro Quadratmeter über die ganze Fläche. Dieser OLED gibt typisch 200 an. Der Grund ist die Bauart: Jeder Bildpunkt leuchtet selbst, und Selbstleuchter halten dauerhaft weniger Helligkeit aus als eine Hintergrundbeleuchtung, die hinter allem gleichmäßig strahlt.
Dafür bekommt man etwas, das kein LCD kann: echtes Schwarz. Wo nichts angezeigt wird, ist der Bildpunkt aus, und damit ist der Kontrast praktisch unbegrenzt. In einem abgedunkelten Zimmer sieht das umwerfend aus. An einem Fenster mit Sonne von der Seite wirkt dasselbe Bild flau. Wie sich die Auflösungsklassen sonst verhalten, steht im Überblick der Grafikkarten für WQHD.
0,03 Millisekunden sind ein anderer Maßstab als bei LCD
LCD-Panels schalten Flüssigkristalle um, und das dauert. Selbst gute Modelle liegen bei einer Millisekunde und schummeln bei der Angabe. Bei OLED wird der Bildpunkt einfach ein- oder ausgeschaltet, und deshalb sind 0,03 Millisekunden realistisch. Sichtbar wird das als Schlierenfreiheit: Ein schnell vorbeiziehender Bildinhalt zieht keinen Nachzieheffekt hinter sich her.
240 Hertz brauchen eine Grafikkarte, die sie füllt
Auf 2560 mal 1440 sind 240 Bilder pro Sekunde nur in gut optimierten Wettkampfspielen erreichbar. In aufwendigen Einzelspielertiteln bleibt man deutlich darunter, und dann sorgen G-SYNC Compatible und FreeSync Premium dafür, dass Bildrate und Panel synchron laufen. Der Monitor ist damit auch mit einer mittleren Grafikkarte sinnvoll, nur wird das Bildratenpotenzial dann nicht ausgereizt.
Wo er an Grenzen kommt
Dafür
- OLED mit echtem Schwarz und 0,03 ms Reaktionszeit
- 240 Hz mit G-SYNC Compatible und FreeSync Premium
- DCI-P3 typisch 98,5 Prozent
- HDMI 2.1 und DisplayPort
- Ohne Standfuß nur 45,3 mm tief und 5,05 kg schwer
Dagegen
- Typisch nur 200 cd/m², in hellen Räumen zu wenig
- Statische Bildinhalte über Stunden sind bei OLED heikel
- 2560 x 1440 auf 26,5 Zoll, kein 4K
- Leistungsaufnahme typisch 74 W
- Mit Standfuß 604 mm breit und 258 mm tief
Der Umgang mit statischen Bildinhalten ist der Punkt, den man bei OLED mitdenken muss. Eine Taskleiste, ein Programmfenster oder eine Spieleoberfläche, die täglich stundenlang an derselben Stelle steht, ist für ein selbstleuchtendes Panel die anspruchsvollste Belastung. Wer den Monitor zusätzlich acht Stunden für Büroarbeit nutzt, sollte das einkalkulieren.
Passt er zu deinem Zimmer?
Ja, wenn
- der Raum abgedunkelt werden kann
- hauptsächlich gespielt und Film geschaut wird
- die Grafikkarte hohe Bildraten in WQHD schafft
- Kontrast und Schwarzwert wichtiger sind als Helligkeit
Nein, wenn
- der Schreibtisch am hellen Fenster steht
- täglich stundenlang Büroarbeit darauf läuft
- 4K gewünscht ist
- ein möglichst günstiges Gerät gesucht wird
Für den gemischten Betrieb aus Arbeit und Spiel ist ein guter LCD-Monitor die unaufgeregtere Wahl. Der OLED spielt seine Stärke dort aus, wo es dunkel ist und wo Bewegung im Bild ist. Das trifft auf Spiele und Filme zu, auf ein Tabellenprogramm nicht.
Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen
Wenn es günstiger sein soll: LG UltraGear 27GR75Q-B
Dieselbe Auflösung und Größe als IPS-Panel mit 165 Hertz. Deutlich heller und dadurch tageslichttauglich, dafür ohne den Schwarzwert eines OLED.
Wenn es QD-OLED sein soll: Samsung Odyssey G6
Die andere OLED-Bauart mit Quantenpunkten, ebenfalls mit 240 Hertz. Bei Farbdarstellung und Helligkeit setzt sie andere Schwerpunkte, den Schwarzwert teilen sich beide.
Wenn es der Einstieg sein soll: ASUS TUF Gaming VG27AQML5A
WQHD mit hoher Bildrate zum deutlich kleineren Preis. Der pragmatische Weg, wenn zuerst die Grafikkarte an der Reihe wäre.

